|
Verstärkungsfasern werden im Fall von langfaserverstärkten Kunststoffen entweder unidirektional oder als Gewebe in die Matrix eingebracht. Dabei beeinflussen Fadendichte und Gewebebindung die Eigenschaften des fertigen Faserverbundbauteils.
Bei Geweben kreuzen sich die Fäden rechtwinklig (Kette und Schuß). Die Art und Weise, wie sie sich kreuzen, wird Bindung genannt und bestimmt stark die Eigenschaften des Gewebes. Ein Gewebe in Leinwandbindung weist zum Beispiel eine kleinere Flottierung (Krümmung) der Fäden auf als ein Gewebe in Atlasbindung.
Eine größere Flottierung führt durch die bessere Streckung der Fäden zu einer besseren Drapierbarkeit und Laminatfestigkeit. Die Leinwandbindung ist stabil gegen Verschiebungen (bei der Verarbeitung) und die Atlasbindung steht für eine sehr gute Verformbarkeit.
Zur Verbesserung der Grenzflächeneigenschaften werden die meisten Gewebe mit einem sogenannte Finish angeboten. In der Regel ist dies Haftvermittler, der unter anderen die Benetzung der Fasern mit dem Matrixsystem verbessert.
Verschiedene Faserarten lassen sich zu sogenannten Misch- oder Hybridgeweben verarbeiten. So ist es möglich, die unterschiedlichen Eigenschaften der einzelnen Fasern in einem Bauteil zu kombinieren. Kombiniert man zum Beispiel Kohlenstoff- und Aramidfasern in einem Gewebe, hat das daraus hergestellte Laminat zwar eine geringere Steifigkeit als ein reines CFK-Laminat, die Schlagzähigkeit ist jedoch wesentlich effektiver.
|